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Schon bei Toy Story drehte sich die Handlung um Spielzeug, das den Aufstand probt. Insofern ist die Idee von Samsofy nicht ganz bahnbrechend. Ich denke aber, dass man bei der Sezession der Lego Figuren, die sich von ihrem noppenbestimmten Alltag trennen und sich in einer vielschichtigeren Welt bewegen, ein wenig Aufmerksamkeit spendieren muss.
Überlegt mal, wie das ist, wenn auf einmal nicht mehr 100% der Umgebung aus Kunststoff besteht, sondern nur noch etwa 10%. Absolut klar ist für mich, dass Lego Figuren auch Foodies sind und deswegen ergibt Samsofys Vision auch so viel Sinn. Wer würde nicht auf einem Keks paddeln, sich in das Innere eines Eis bewegen und wieder ausbrechen und sich einem ersten echten Knoblauch-Rausch hingeben?
Die Antwort lautet natürlich: jeder. Und deswegen sollte auch jeder auf der Stelle, ohne Umschweife und mit sofortiger Wirkung (in einem neuen Tab) auf der Künstlerseite weitere Lego-Echtwelt Bilder stalken.

 

Lego Food Art

© by Sofiane SAMLAL a.k.a. samsofy

Lego Food Art

© by Sofiane SAMLAL a.k.a. samsofy

Lego Food Art

© by Sofiane SAMLAL a.k.a. samsofy

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Erster Eindruck:

Zwiegespalten. Ein wenig wohlig und privilegiert fühlt man sich mit der Flasche in der Hand, denn der Sud ist limitiert und der Zugang zu ihm erschwert. Die Shareholder der Brewdog Brauerei, dem Firmenlingo entsprechend „Equity Punks“ genannt, erhalten exklusiven Zugriff auf das Bier. Wer sich also nicht per Crowdfunding beteiligt, ist (eigentlich) außen vor. Die künstliche Beschränkung ist zugleich etwas albern: Der Logik folgend wird ein Bier mit künstlichem Seltenheitswert zu einem Statussymbol. Wer damit im Stande ist zu protzen, sollte sich Gedanken über seine peer group machen:-)

Das sagt der Geschmack:

Grapefruit, Mango, Blutorange. Kein Wunder, was einem hier ins Gesicht springt, doppelt die Beigabe der Grapefruit und der Blutorange die doch ohnehin im Hopfen mit angelegten Aromen. Eine lebendige Säure, die im Vergleich zu bspw. einer Gose aber gebändigt, eher maßvoll dosiert ist, gibt dem fruchtigen Eindruck den finalen Schliff, ohne dabei zu vergessen, ein Bier zu sein. Das gleiche gilt für die Bittere: Präsent aber nicht obszön präsent. Leichfüßig, fast schon yogisch fliegend schwebt der Geschmack über den gar nicht mal so leichten 6,7% Alkohol. Der Elvis Juice ist somit ein großer Spaß für distinguierte Gaumen, ich kann ihn mir aber auch gut als „Lernbier“ in der Hand eines „Craft Beer Anfängers“ vorstellen, um das Aromenspiel zu verdeutlichen, was hopfenbetonte Biere veranstalten können.

Wenn Du abschweifst…

…bist Du clever und klaust die Idee. Kippst in Deinen Stout Sud Kaffee, in Dein Helles legst Du Heuballen und Dein Dunkles bekommt eine Lakritzkur. Aromen verstärken, denkst Du Dir, das ist der Weg. Beim Tasting dann das Erwachen: Störgeschmack und fast unangetastete Gläser säumen den Weg zum Abfluss. Deine Kopien sind so wenig Elvis Juice, wie Elvis Presley Imitatoren aus Castrop-Rauxel der echte Elvis. Dir wird langsam bewusst: Selten fällt ein King vom Himmel.

Brewdog Elvis Juice

Brewdog Elvis Juice

Wisst ihr, was Eure Lebensmittel veranstalten, wenn Ihr Euch nicht im selben Raum aufhaltet? Nichts? Wisst ihr nicht! Benoit Jammes ist der Frage nachgegangen und hat im Experiment herausgefunden, dass bei ihm zwischen Arbeitsplatte und Waschbecken gekickflippt wird, was das Zeug hält – und das alles, wenn er nicht aufpasst.
Vielleicht stimmt das aber auch alles nicht und die Lebensmittel von Benoit veranstalten die Skaterparty dauerhaft und für alle sichtbar, weil ihre gentechnisch manipulierte DNA sie dazu befähigt.
Oder Benoits Küche hängt irgendwo in der Sphäre und alle Gegenstände in ihr, die nicht fixiert sind, bewegen sich schwerelos in ihr, sodass Benoit nur noch Mini Skateboards an die Gegenstände tackern muss, um uns diese wunderbare Serie zu bescheren.
Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen oder ganz weit weg. Zur weiteren Untersuchung empfiehlt sich wie gehabt DER KLICK

 

Skitchen - Skateboarding in the Kitchen

© by Benoit Jammes

Skitchen - Skateboarding in the Kitchen

© by Benoit Jammes

Skitchen - Skateboarding in the Kitchen

© by Benoit Jammes

Erster Eindruck:
„Ich finde es ja nicht gut, wenn die da so künstliche Sachen reinmachen, damit das auch Leuten schmeckt, die Bier normalerweise nicht mögen“ – wait, what?

Das sagt der Geschmack:
Gaffels Sonnenhopfen ist ein Beweis für das Gelingen von Craft-Beer, für das sich etabierte Brauereien verantwortlich zeigen. In der Tat schmeckt das Bier, als seien nicht nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser Bestandteile der Rezeptur, sondern auch Früchte. Am deutlichen ist Zitrone und Holunder herauszuschmecken, doch auch weitere Zitrusnoten und beerige Nuancen erkennt der hingebungsvolle Verkoster. Mit Ausnahme der obergärigen Hefe ähnelt der Sonnenhopfen dem Kölsch, für das Gaffel in erster Linie bekannt ist, wenig.

Wenn Du abschweifst…
Lässt Du in der Arena Dein geliebtes Weizen in der Sommersonne gegen Gaffels Sonnenhopfen antreten. Auf der einen Seite der Held, der alles abgeräumt hat, der Publikumsliebling. In der anderen Ecke der Underdog, der Herausforderer, der David, bereit, alles zu tun, was es erfordert, um den Titel zu holen. Es ist der Kampf von zwei obergärigen Schwergewichten, der eine mehr Banane, der andere mehr Holunder. Am Ende kann es nur einen geben. Fortsetzung folgt.
Gaffels Sommerhopfen

Erster Eindruck:
Verschiedenste Gründe sorgen dafür, dass ich über ein Bier schreibe. Mal ist es eine Empfehlung, mal eine ausgefallene Herkunft, mal eine Besprechung, die ich interessant fand. Ganz anders verhält es sich bei der Karpfen-Weisse. Hier veranlasste mich ausschließlich der ausgefallene Name zur Rezension. Angesichts des skurrilen Ergebnisses der Namensfindung lässt sich der erste Eindruck nur mit einem Wort beschreiben: „Verblüffen.

Das sagt der Geschmack:
Die typische bananige Fruchtigkeit fehlt diesem Weizen nicht. Dennoch hebt es sich durch süffig-saftige Schmatzigkeit von dem typischen Großbrauerei-Einheitsbrei ab. Die geschmacklichen Nuancen wirken komplexer, jedoch optimal balanciert und harmonieren weich. Starker Hefegeschmack, vor allem im Abgang, unterstreicht nochmals, was man sich sowieso schon dachte: Der herbe Rahm ist vielmehr eigener Gang als unauffälliger Komparse.

Wenn Du abschweifst…
…bist Du als Kind in den Braukessel mit der Karpfen-Weisse gefallen und deswegen mit Kraft ausgestattet, problemlos die Qualität eines guten Weizens bemessen zu können. Du musst mit dieser Kraft jedoch vorsichtig taktieren – kommt Dein frühkindliches Erlebnis heraus, kann es sein, dass Dir für immer der Zugang zur Karpfen-Weisse untersagt wird. Trotz der frühen Impfung ist Dir nicht klarer als allen anderen Fans der Karpfen Weisse, wie dieses außergewöhnliche Bier zu seinem Namen kam.

Karpfen Weisse

Der erste Eindruck:
Das nenne ich einen stabilen Schaum! Beim ersten Schluck passiert ganz viel, nahezu alle Geschmacksbedürfnisse von süßlich-herb bis fruchtig-säuerlich werden abgedeckt. Alles dabei, was das biertrinkende Herz begehrt.

Das sagt der Geschmack:
Unter dem Strich ist das Bier vor allem eines: wohl abgerundet. Es wird Dir schwer fallen, hier eine bestimmte Geschmacksnuance herauszuschmecken (mal abgesehen von der Feige, die ich ahne). Es ist nicht zu säuerlich und hinterlässt eine angenehme Trockenheit, wenn es die Kehle heruntergeronnen ist. Die Stärke springt dem Connaisseur nicht ins Gesicht, liegt dafür aber gewichtig im Magen, bzw. in der Blutbahn. Der klassische Feierabendtrunk ists dementsprechend nicht.

Wenn Du abschweifst,..
…entfernst Du Dich vom Alltag, denn es ist Mai. Und im Mai liegen die Feiertage. Also gehst Du in die Kirchen, besser in Kathedralen und betest um transzendentale Erlebnisse. Die Götter zeigen sich gnädig und als Konsequenz empfiehlst Du dem Pfarrer, Messwein durch Corsendonk zu ersetzen, denn Corsendonk hat Dich hierhergebracht. Bei Widerstand des Pfarrers, bzw. des Bischofs bist Du bereit zu insistieren.

Bildschirmfoto 2013-05-19 um 21.04.31

Phantastisch, was das Bloggerleben so für einen bereithält. Goodies von Verlagen, Kontakt zu anderen Bloggern und seit neuestem auch: Preise. Dabei kam ich doch eigentlich nur, um etwas mit Medien zu machen.

Liebster Award

And the „Liebster Award“ goes to…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch zurück zum Preis. Den verlieh mir Corinna von „mein Apulien“. „Mein Apulien“ bietet einen phantastischen Einblick in das Leben einer Auswanderin. Und „mein Apulien“ liefert die Nahaufnahme einer offenbar sehr schönen Region Italiens. Und „Mein Apulien“ verleiht Preise.

Die Idee des Preises besteht darin, gerngelesene Blogs auszuzeichnen und sie anhand von 11 Fragen näher kennenzulernen. Nachfolgend findet Ihr also Corinnas Fragen und meine Antworten.

1. Würdest du beim “Liebster Award” überhaupt mitmachen?

Da meine Chancen auf Nobel-, Pulitzer- und Bookerpreis momentan nicht allzu gut stehen, nehme ich mit, was ich kann!

2. Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Blog mit “Kulinarikbezug” zu schreiben?

Als Profiesser, semiprofessioneller Schreiberling und unprofessioneller Koch gab es keinen Weg daran vorbei!

3. Wie stößt du auf die faszinierenden Projekte, die du auf deinem Blog vorstellst?

Wichtige Orientierungspunkte auf meiner Netzlandkarte sind Blogs wie Ignant, Itsnicethat oder Designboom. Von dort aus beginnend lasse ich mich per Schneeballprinzip durchs Netz treiben.

4. Gibt es bereits eine Hitliste ausgehend von deinem Beerview?

Ich glaube das wäre zum jetzigen Zeitpunkt zu früh. So besteht auch der Anreiz in Zukunft, mir den Preis erneut zu verleihen;-)

5. Was bist du lieber: kulinarischer Entdecker oder Plattenrichter?

Ob als Seelentröster und Stimmungsaufheller oder als Fokuspunkt neugierigen Interesses – Kulinarik und Musik sind beides tolle Drogen. Einzig die Fähigkeit von kulinarischen Freuden, durch ihren Genuss gleichzeitig spielende Musik in die Nichtwahrnehmung zu drängen, zeichnet sie zusätzlich aus.

6. Wo würdest du leben wollen, wenn du überall leben könntest?

Ginge es nach meinem Plattenrichterblog, müsste ich nach Berlin, New York oder Bristol ziehen. Ginge es nach de bello culinario, müsste das One-Way-Ticket auf Tokyo, Paris oder Bergisch Gladbach ausgestellt sein. Im „echten Leben“ spielen so viele weitere Aspekte eine Rolle, dass Köln den Titel „Wahlheimat“ nicht ohne Grund trägt. Und hey, immerhin Bergisch Gladbach ist direkt um die Ecke.

7. Wohin würdest du hingegen nur im Urlaub fahren wollen?

Alle Orte, die faszinieren, aber mir nicht alles bieten, was ich stets um mich wissen möchte. Das wäre bspw. Jerusalem, Kamtschatka oder Tahiti.

8. Wahlheimat Köln – drei Dinge, für die es sich in Köln zu leben lohnt

– Viele persönliche Kontakte, die sich bei Bedarf auch schnell ergeben
– Das von Überzeugungstätern geschaffene, hochqualitative kulturelle Angebot
– Die ungeahnte grüne Farbe

9. Wahlheimat Köln – drei Dinge, für die du Köln am liebsten den Rücken kehren würdest

– Bausünden aus den Nachkriegsjahren und die Unfähigkeit an aktuellen Großbaustellen
– Der Nahkampf, in den sich Fahrradfahrer permanent begeben müssen
– Das Stadtbild am Altweiberdonnerstag um 20:00 Uhr

10. Wie viele Blogs würdest du noch schreiben wollen, wenn du die Zeit dafür hättest?

Dauerhaft zwei, ich würde de bello culinario jedoch erweitern. Und mich vorab mit Foodfotografie auseinandersetzen. Wenn ich mich nochmal länger auf Reisen begeben sollte, würde ich wohl auch wieder darüber bloggen. Der Blog über mein halbes Jahr in China war jedenfalls auch ein großer Spaß.

11. Wie verläuft dein perfekter Tag?

Sonnig, sportlich, voller Genüsse

***

Nachdem ich mich nun über 11 Fragen im Spotlight suhlte, richte ich es auf Bernd von „heut gibts“. Bernds Foodblog verfolge ich seit längerem. Einerseits hole ich mir Inspiration für meine eigenen Aktivitäten am Herd. Andererseits bereitet es Freude, Bernds Posts zu lesen, aus denen immer seine Erfahrung und Überzeugungen sprechen.

Für den Fall, dass Bernd den Preis annimmt, warten auf ihn folgende Fragen:

1.) Hast Du einen persönlichen Lieblingsartikel/Post auf Deinem Blog? Wenn ja, welcher ist es?
2.) Wie schaffst Du es, Dich dauerhaft zur so regelmäßigen Blogpflege zu motivieren?
3.) Wie kochst Du am liebsten? Frei, mit selbst abgewandelten Rezepten oder strikt nach Rezept?
4.) Welche Regionalküche ist die beste?
5.) Bier oder Wein?
6.) Gasthaus oder Sternetempel?
7.) Welche sind Deine Lieblingsfoodblogs, außer „heute gibts“?
8.) Was ist die wichtigste Regel beim Kochen?
9.) Auf welchen Küchenhelfer kannst Du nicht verzichten?
10.) Kam es über Deinen Blog schon zu merkwürdigen Kontakten? Wenn ja, wer hat sich mit welchem Anliegen gemeldet?
11.) Du widmest „heute gibts“ Deinen Töchtern. Bekommst Du von ihnen Rückmeldungen zu den Rezepten/Posts?

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