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Archiv für den Monat März 2016

Mailand dürfte mit Da Vincis letztem Abendmahl als zentrale Pilgerstätte der Wallfahrtsort für Food Art Fans sein. Für meinen noch jungen Blog ist das letzte Abendmahl natürlich viel zu endgültig, außerdem braucht das Internet aktuell wohl andere Dinge dringender als ein neues Abbild des Gemäldes aus der Renaissance. Nur deswegen und nicht etwa, weil die Tickets schon Monate im voraus ausgebucht sind, habe ich mir den Besuch im Kloster Santa Maria della Grazie, wo das Wandbild zu sehen ist, gespart.
Zum Glück ist Mailand nicht nur die auf Pomp und Glamour gekämmte Modehauptstadt, sondern auch eine lebendige Metropole, die an manchen Ecken überraschenderweise eher an Berlin erinnert, als an eine Kulisse für Fashionweeks. Altruistisch wie ich bin, habe ich mich für Euch von den Sights über Hipsterviertel hin zu unwahrscheinlichen Spots bewegt, um Mailands Liebe zum Essen zu untersuchen.
All das konnte ich erleben, weil der chinesische Teeproduzent Tasly so nett war, mich dazu einzuladen. Als ausgewiesener Tee-Connoisseur erwies ich mich als die richtige Wahl – mein hartes, aber faires Urteil findet ihr unter dem entsprechenden Bild, genauso wie die Kommentare zu meinen sonstigen Schnappschüssen.
Nicht nur ich weiß, dass man den Mailänder Dom am besten vom Museo del Novecento aus fotografiert.

Nicht nur ich weiß, dass man den Mailänder Dom am besten vom Museo del Novecento aus fotografiert.

Luini Milano

Das klassische Mailänder Street Food heißt „Panzerotti“, kleine Calzone Pizze mit etwas fluffigerem Teig. Wer alles richtig macht, kauft diese materialisierten Plädoyers für geschmolzenen Käse bei der Kultadresse Luini (und isst sie direkt auf der Straße davor)

Eataly Milan

Ohne Rolltreppen keine Competition! Eataly ist soetwas wie die Foodie-Variante des KaDeWes. Auf mehreren Ebenen findet der Spezialitätenhunter hier alles, was sein essensfixiertes Herz begehrt. Die Ränder säumt ein Bistrostreifen, der den unerträglichen Geräuschpegel durch gutes Essen kompensiert.

Bere Buona Birra Milan

Wer immernoch glaubt, mit Wohnsitz im Bundesgebiet lebe man im Bierzentrum der Welt, muss sich Fragen gefallen lassen. Grund hierfür sind Craft-Beer Bar/Shop Konzepte wie das von Biere buona Birra, wo man in Café Atmosphäre in Fachzeitschriften blättern, die anderen Besucher mustern oder einfach spannende, hochwertige Biere in Manufakturqualität probieren kann (Auf dem Bild zu sehen übrigens ein Kölsch, etwa 40 km von Mailand entfernt gebraut).

Tasly Deepure Pu-Erh

Ähnlich altruistisch motiviert wie ich (s.o.) gab mir Gastgeber Tasly seinen neuen „Deepure“-Tee aus. Aus einer Ur-Form des Teestrauchs wird ein sich selbst auflösendes Pulver hergestellt, ähnlich wie bei dem Matcha Tee. Der nussig-harzige Geschmack stimmt absolut, spannenderweise differiert er erheblich von typischen Tees. Das angeblich sogar gesundheitsfördernde Tee-Pulver ist noch nicht im Handel, insofern erteile ich den Kaufbefehl zu einem späteren Zeitpunkt noch:-)

PECK Milan

PECK heißt die altehrwürdige Adresse für Feinkost und Normalkost zu Feinkostpreisen. Den bislang teuersten Pfirsich meines Lebens erstand ich hier für 4,34 €. Ich war maßlos enttäuscht, denn er schmeckte höchstens nach 3,68 €. Wer sich hier das Verwirrspiel um Zahlungskarten, Bons und Abholstationen nach dem Bezahlen ausgedacht hat, gehört bestraft. Dennoch, bzw. auch ein wenig deswegen ist der Laden ein echtes Erlebnis.

Fondazione Prada

Straßenverkäufer liefern mit Selfiesticks vor dem Flagship Store Pradas in der protzig-schönen Galleria Vittorio das nötige Equipment für den neuen Touri-Massensport. In einer abgelegenen Ecke seiner Heimatstadt gönnt sich das Modelabel zusätzlich einen jungen, hippen, in seiner Funktion nur schwer fassbaren Campus. Fondazione Prada heißt das Cluster zwischen Ausstellungsort, Kino, Hangout und der vom Regisseur Wes Anderson gestalteten Bar Luce. Selfiesticks müssen hierhin jedoch selbst mitgebracht werden.

 

Lambiczoon

Keine Frage, das IPA ist wohl nach wie vor der beliebteste Craft-Beer Stil. Umso erstaunlicher, dass sich die stylishe Craft-Beer Bar Lambiczoon nach dem doch noch eher nischigem Lambic benannt hat. Man beschränkt sich hier jedoch nicht auf die spontanvergorene belgische Spezialität: Hier trank ich die zweite italienische Interpretation des Kölsch Braustils zu einem kleinen Burger, der mit Ardbeg Whisky flavoured Mayo und „tuscan cigar smoked bacon“ vollends überzeugte.

Bianchi Milan

Wie auch Prada gönnt sich der Radhersteller Bianchi in seinem Heimatort eine besondere Extravaganz. Sherlock Holmes’sche Qualitäten muss der Besucher mitbringen, der erraten möchte, dass es sich hier um ein Fahrradgeschäft handelt.

Mailand

Entdeckungen am Wegesrand verdichten das Gewebe der Erinnerung an den Kurzaufenthalt

Tyrannosaurus Milan

Selbst die letzten noch lebenden Dinosaurier Mailands flüchteten, als die Foodblogger-Phalanx über die Straßen pflügte.

Streetart Milan

Noch Fragen?

In einem separatem Post werde ich Euch noch ein paar sachdienliche Hinweise zur Expo 2015 in Milan liefern. Für heute soll es aber reichen mit der Bilderflut.

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