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Archiv für den Monat Januar 2016

Erster Eindruck:
Ein kläffender Brauhund, der auf dem Etikett sinnlos Worte aus dem geistig kulturellen Kontext leiht; eine Verpackung, die nach Kundenfang in der Zielgruppe „Alcopop“ ausschaut; eine Beschreibung auf der Website, die nur von Besoffenen verfasst worden sein kann; dazu noch der Geruch von Dosenananas – nein, der erste Eindruck war nicht der Beste.
Das sagt der Geschmack:
Der Geruch von Dosenananas begegnet auch beim ersten Schluck erneut, aber dann passiert noch mehr. Genau genommen passiert dann Grapefruit, reifer Pfirsich und andere fruchtige Aromen, die man diesem nach Aufmerksamkeit geifernden Produkt gar nicht zugetraut hätte. Die deutliche Bitternote, die auch nach dem Abgang bleibt, setzt all der Fruchtigkeit einen sinnvollen Kontrastpunkt und zeigt, zumindest bei den 3 Buchstaben „IPA“ hat man bei der Bedruckung des Etiketts keinen Fehler begangen. Unterm Strich ein spannendes Bier, dem aber auch der Zustand zugute kommt, dass die Erwartungen im Vorfeld nicht allzuhoch geschraubt wurden.
Wenn Du abschweifst…
…sitzt Du in der tropischen Oase und gießt in gleißendem Licht und bei fiebrigen Temperaturen auf die Wüste in Dir das fruchtige Nass. Dem Schluck folgt Zufriedenheit, Ansteigen des Alkoholgehalts im Blut und danach der bitter getünchte Wunsch nach Wiederholung des Ablaufs. „Repitere est mater scientia“ lautet das Motto, weswegen Du fortfährst. Die Sonne erreicht den Zenith, der Alkoholanteil im Blut ebenso und die Zunge erinnert sich mit schwerem Herzen und bitteren Gefühlen an die einst vorbeiziehenden Obstsorten. Du bist jetzt bereit, die Pressetexte für den Brewdog zu schreiben.
Brewdog's Punk IPA
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