Archiv

Archiv für den Monat Dezember 2015

Schon bei Toy Story drehte sich die Handlung um Spielzeug, das den Aufstand probt. Insofern ist die Idee von Samsofy nicht ganz bahnbrechend. Ich denke aber, dass man bei der Sezession der Lego Figuren, die sich von ihrem noppenbestimmten Alltag trennen und sich in einer vielschichtigeren Welt bewegen, ein wenig Aufmerksamkeit spendieren muss.
Überlegt mal, wie das ist, wenn auf einmal nicht mehr 100% der Umgebung aus Kunststoff besteht, sondern nur noch etwa 10%. Absolut klar ist für mich, dass Lego Figuren auch Foodies sind und deswegen ergibt Samsofys Vision auch so viel Sinn. Wer würde nicht auf einem Keks paddeln, sich in das Innere eines Eis bewegen und wieder ausbrechen und sich einem ersten echten Knoblauch-Rausch hingeben?
Die Antwort lautet natürlich: jeder. Und deswegen sollte auch jeder auf der Stelle, ohne Umschweife und mit sofortiger Wirkung (in einem neuen Tab) auf der Künstlerseite weitere Lego-Echtwelt Bilder stalken.

 

Lego Food Art

© by Sofiane SAMLAL a.k.a. samsofy

Lego Food Art

© by Sofiane SAMLAL a.k.a. samsofy

Lego Food Art

© by Sofiane SAMLAL a.k.a. samsofy

Was tun, wenn die Rolex der Maxime des Unterstatements nicht gerecht wird, der Porsche geleast ist und die teuersten Klamotten die kleinsten Labels haben? Wenn sich die Suche nach adäquaten Statussymbolen schwierig gestaltet, benötigt man Alternativen. Nicht nur mir ist aufgefallen, dass immer häufiger Erfahrungen herhalten müssen, um sich von der Masse abzuheben.

Unter Erfahrungen verstehe ich in dem Kontext das Herausgreifen einzelner Ereignisse aus der schier unendlichen Menge an individuell erlebten Rohereignissen, um sie mit anderen zu teilen. Die Verbreitung von Bucket Lists à la „10 Dinge, die man unbedingt erlebt haben muss, bevor man stirbt“, suggerieren sogar, dass Erfahrungen Lebensinhalt produzieren.
Aber wie lässt es sich prahlen mit einem verpatzten ersten Date? Oder einer spannenden Aufsummierung von Alltagsbanalitäten? Schlecht lässt es sich damit prahlen. Wesentlich besser funktionieren vor allem Reisen und Essen. Kulturelle Aufgeschlossenheit bzw. Weltoffenheit, das nötige Kleingeld und vor allem der Anspruch ans eigene, eben vor Erfahrungen berstende Leben kommunizieren sich selten eleganter als unter dem Deckmantel einer Erzählung aus dem Urlaub bzw. vom Restaurantbesuch.
Wenn also alle Rolexe beim Nettwerk verkauft sind, der Leasingvertrag zugunsten einer Carsharing-Mitgliedschaft aufgelöst sind und die Designerkleidung abgetragen ist, gilt es richtige Entscheidungen zu treffen. Zum Glück kennt das Internet den Pfad, der Euch über diese Links zu den großartigen Bea Crespo und Andrea G. Portoles und ihrem Projekt Brunchcity führt.
© by Bea Crespo and Andrea G.Portoles

© by Bea Crespo and Andrea G.Portoles

© by Bea Crespo and Andrea G.Portoles

© by Bea Crespo and Andrea G.Portoles

© by Bea Crespo and Andrea G.Portoles

© by Bea Crespo and Andrea G.Portoles

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