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Archiv für den Monat September 2015

Erster Eindruck:
Der ethnologisch-archäologische Teil meines Herzens sorgt für eine Erhöhung der Schlagfrequenz. Die Talayots trieben als prähistorische Kultur auf den Balearen ihr Unwesen, indem sie uns bspw. Talayots, nämlich Beobachtungs- und Wachtürme hinterließen. Auf dem Etikett des Bieres erkennt man die hinkelsteinartigen Felsstücke, aus denen die Talayotiker Talayots mauerten. Meine Hoffnung beim Genuss des Bieres zielt auf das kennenlernen des Ur-Mallorquinen Bieres.

Das sagt der Geschmack:
Er sagt Bitterorange, Erde und Hefe. Das sind seine exakten Worte. Außerdem nehme ich Kastanie wahr, die mich gedanklich ein paar Kilometer auf dem Mittelmeer gen Osten schiebt, denn auf Korsika trank ich ein Kastanienbier, das in Punkto Komplexität mit dem hier getesteten leicht dreckig aber dennoch irgendwie schön aussehenden Amber Ale nicht konkurrieren kann. Der Fruchtigkeit wird Malzsüße entgegengesetzt und würde mich eine deutliche Überkarbonisierung nicht zum rumstehen lassen zwingen, gäbe ich diesem Ale eine dicken fetten grünen Haken.

Wenn Du abschweifst…
…rufst Du Doc an, ob der DeLorean noch in der Garage steht. Du planst eine Zeitreise, auf dem Beifahrersitz transportierst Du einen Sechserträger Talaiotika. Du kannst die Karre habe, jettest 2500 Jahre zurück, dafür aber an den gleichen Ort, wo Du eh jedes Jahr Urlaub machst: Malle. Jetzt hälst Du die Jungs ab, ihre Türmchen zu schichten, um mit Ihnen ein Drink zu nehmen. Du merkst, ihr spontanvergorener Trunk ähnelt tatsächlich dem Inhalt der Flaschen, die Du in dem Delikatessenladen in Palma ergattert hast. Du fragst Dich, ob das wohl reinheitsgebotskonform ist, auch wenn das Jahr 1516 noch 2000 Jahre in der Zukunft liegt.
Talaiotika Terrosa

Talaiotika Terrosa

Ähnlich wie debelloculinario lebt Jenny Acosta ihre Schwäche für Sprache im Internet aus. Ihre sprachlichen Volten wenden Worte zu kleinen und feinen, verschmerzbar simplen, neuen Bedeutungen. Anders als bei debelloculinario hilft Jenny ihr Talent bei der Bebilderung der kleinen Wortspiele, die die sprachliche Referenz in klar erkennbare, saftige Rote Bete, frisches Brot oder einen lecker kräutrigen Tee transformiert.

Das klingt sperriger als es ist, wie der geneigte Leser schon bemerkt hat, wenn er das Lesen des letzten Absatzes aufgegeben hat, um einen Blick auf die Arbeiten der Guten zu werfen. Wasserfarbenartig aber weniger schmierig kommen die kleinen Sketches daher, die eine gewisse Flüchtigkeit unterstellen lassen. Flüchtig heißt hier aber nicht dahingerotzt, sondern leichtfüßig, könnerhaft aufs digitale (?) Papier gepinnt.

Gepinnt sei hier auch der Link zur Jenny Seite, auf der sich mehr dieser netten, unverhängnisvollen Design Pieces für Eure Klicks bereit halten.

We're a matcha made in heaven

© by Jenny Acosta

My heart beets for you

© by Jenny Acosta

I loaf you

© by Jenny Acosta

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