Beerview: Beck’s 1873 Pils

Becks 1873 Pils

Becks 1873 Pils

Erster Eindruck:
Positiv geprimt. Denn nach der Arbeit husche ich in den Plattenladen, um mir das neue Blur Album auf Vinyl zu sichern. Ich denke, ich bin spät dran, denn die Kritiken sind gut und das bedeutet „ausverkauft“-Gefahr. Ist es ausverkauft hat man die Wahl des dreifachen Preises auf Ebay oder des Schmachtens. Ich sehe es, trage es zur Kasse und bringe die Transaktion zügig über die Bühne. Ob ich Bier trinke, fragt mich der Händler, den ich eigentlich nicht mag, weil er mich in der Vergangenheit abkanzelte, weil ich 35€ für einen zu hohen Preis für eine Schallplatte hielt („Kannst ja gucken, wo de das billiger krichst“). Ich antworte überrascht verzeihend „Ja, aber ich muss nach Hause…Frau und Kind warten…“. Er reicht mir den Dreierträger von Beck’s neuer Craftserie über die Theke und ich freue mich doppelt: Vinyl und Bier, das wohl (fast) Beste, was man für Geld kaufen/geschenkt bekommen kann.

So ist es:
Hier hört der Spaß jetzt leider auf. Die Überschrift ist auch falsch. Ich könnte mehr darüber schreiben, was dieses Bier nicht ist, als was es ist. Bevor der Zorn nun aber aus mir herauspustet, wie Luft aus einer prall aufgepumpten Luftmatratze, aus der man den Stöpsel zieht, eins nach dem anderen. Die Farbe deutet darauf hin, dass bei dem Pils, bei dem man dem Originalrezept zu gedenken versuchte, nichtmals Pilsner Malz verwendet wurde. Kleinkariert sagst Du? Ok. Der Geruch. Was ich am Beck’s Pils immer witzig fand war, dass wenn man an der Flasche roch, nachdem man sie öffnete, es ein wenig nach Gras, also Marihuana roch. Hopfen und Marihuana stammen wohl aus der gleichen Pflanzenfamilie, so die Erklärung. Egal, das ist bei diesem Bier nicht der Fall. Dafür teilt es mit dem weltbekannten Fernsehpils jedoch den dünnen Geschmack. Hat aber, trotz der gerade mal 6 Volumenprozent einen ordentlich sprittigen Beigeschmack. Der bleibt sogar noch ein wenig nach dem Herunterschlucken im Mund, als habe man sich ein paar Tropfen Vodka auf die Zunge geträufelt. Während bspw. Bitburger für seine Craft Biere einen neuen Namen fand („Craftwerk“), um sich das eigene Image nicht zu zerschießen und sie so spannende, leckere, fair bepreiste Crafts produzieren konnten, wählte Becks den gleichen Namen und traute sich nicht so recht, experimentell zu werden.

Wenn Du abschweifst..
..sitzt Du mit Josef Groll, dem Vater des Pilsner Braustils, in Pilsen, bei Pilsener Urquell. Du reichst ihm ein Glas „Beck’s 1873 Pils“ und er ist skeptisch. Er probiert es und befiehlt, Beck’s möge doch zunächst an dem obergärigen Brauverfahren probieren, bevor sie sich an dem neuen untergärigen Brauverfahren versündigen. Als er über Farbe, Aroma und Geschmack doziert, machst Du Dich aus dem Staub.
Things money can(not) buy.

Things money can(not) buy.

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7 Kommentare
  1. Es ist ein Leid mit diesem Bier… Der Bremer empfiehlt daher derzeit das gute alte Maurerbier, Hemelinger. Oder ein Haake 🙂

      • Unbedingt 🙂 und anschließend bitte die stoertebecker Reihe. Wenn sie auch nicht explizit aus Bremen kommt 😉

      • Von störtebeker habe ich schonmal das whiskeybier probiert – total abgefahren, hat schon etwas dessertbierartiges! Und ja, störtebeker fassen wir auch mal zur metropolregion bremen 😉

      • 🙂 sehr gut. Beste Grüße

  2. Samuel Adams sagte:

    auch wenn das Störtebeker aus Stralsund kommt?

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