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Archiv für den Monat Mai 2015

Ich gebe zu, sperriger kann man Überschriften kaum formulieren. Wenn dann auch noch die darauffolgenden Zeilen nicht zünden, sitzt man in der Patsche. Ich versuche also, das Ruder auf meine Seite zu reißen.

In den USA sind Überraschungseier verboten. Dem ist so, weil ein Gesetz Lebensmittel verbietet, die nicht essbare Bestandteile einschließen. Zuwiderhandlung? 2.500 Dollar. Da klingelt die Staatskasse und der Kopf, wenn einem am Zoll die witzigen, typisch deutschen, ähh, italienischen Mitbringsel für die Kinder abgenommen werden.

Nun schreit auch der US-amerikanische Markt nach Spannung, Spiel und Zucker und hier schicken sich die Frühstückscerealienboxen an, um auszuhelfen. Quietschebunt mit den Gesichtern der beliebtesten Figuren aus Film und Fernsehen gelabelt stechen sie ins Auge und versprechen, versetzt mit etwas Milch, Gaumenfreuden ganz nach Kindergeschmack.

Mein Spotlight richtet sich heute auf Jim Bachor. Er muss die Ergebnisse der Lebensmittelindustrie genauso erstaunlich gefunden haben wie ich, ansonsten hätte er die Milchtreiblingsboxen wohl kaum zu dem Gegenstand seiner Arbeiten gemacht haben. Doch Jim Bachor geht einen Schritt, bzw. eher einen Gewaltmarsch weiter. Er mosaiziert die von antiken pompejianischen Fundstücken und frischen Lebensmitteln umgebenen Produkte nach. Das ist etwas schwerer zu verdauen, als ein paar gepoppte Reiskörner auf Kuhmilch. Ob wilder Stilmix, Rätsel in Stein oder geniale Auseinandersetzung mit pop-kulturellem Essen: eine Alternative für ein Ü-Ei oder für eine misslungene Überschrift hat Jim allemal.

Frühstückscerealien im Mosaik by Jim Bachor

© by Jim Bachor

Frühstückscerealien im Mosaik by Jim Bachor

© by Jim Bachor

Frühstückscerealien im Mosaik by Jim Bachor

© by Jim Bachor

Kreativität bei der Pizzabäckerei ist meistens keine gute Idee. Wer sich durch die Imbissklasse der Provinz durchprobiert, wundert sich nicht selten über Pizza mit Spargel und Sauce Hollandaise, Pizza mit Nudeln oder Belagkombinationen wie Dosenthun und Ananas.

Für das Kreativstudio „Black Pizza“ haben Erwan und Julie ein wenig weitergespinnt und interessante Pizzabelag-Kombinationen erfunden, die selbst Pizza Döner übertreffen. Man war hierbei sogar so frei, sich von den typischen Farbtönen zu lösen.

Herausgekommen ist ein Pandämonium aus monochromen Pizze mit Visitenkarten, Quietscheentchen und Kakteen. Ich verstehe die Arbeiten aus kulinarischer Sicht: Kritik am Frevel an der Pizza mit Mozzarella, Tomaten und Basilikum. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass dem Black Pizza Studio auch andere Lesarten genehm sind. Um die zuzulassen, sollte jedoch hier geklickt werden.

Schwarze Pizza

© by Black Pizza Studio, Paris

Grüne Pizza

© by Black Pizza Studio, Paris

Gelbe Pizza

© by Black Pizza Studio, Paris

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