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Archiv für den Monat November 2014

Wisst ihr, was Eure Lebensmittel veranstalten, wenn Ihr Euch nicht im selben Raum aufhaltet? Nichts? Wisst ihr nicht! Benoit Jammes ist der Frage nachgegangen und hat im Experiment herausgefunden, dass bei ihm zwischen Arbeitsplatte und Waschbecken gekickflippt wird, was das Zeug hält – und das alles, wenn er nicht aufpasst.
Vielleicht stimmt das aber auch alles nicht und die Lebensmittel von Benoit veranstalten die Skaterparty dauerhaft und für alle sichtbar, weil ihre gentechnisch manipulierte DNA sie dazu befähigt.
Oder Benoits Küche hängt irgendwo in der Sphäre und alle Gegenstände in ihr, die nicht fixiert sind, bewegen sich schwerelos in ihr, sodass Benoit nur noch Mini Skateboards an die Gegenstände tackern muss, um uns diese wunderbare Serie zu bescheren.
Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen oder ganz weit weg. Zur weiteren Untersuchung empfiehlt sich wie gehabt DER KLICK

 

Skitchen - Skateboarding in the Kitchen

© by Benoit Jammes

Skitchen - Skateboarding in the Kitchen

© by Benoit Jammes

Skitchen - Skateboarding in the Kitchen

© by Benoit Jammes

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Während Damien Hirst noch Unmengen an Formaldehyd benötigte, um Scheibchen eines Pferdes ins Museum zu befördern, genügen Sarah DeRemer ein paar Klicks in ihrer Photobearbeitungssoftware für ihre Kunst. Ähnlich wie Hirsts kontroverse Werke schafft Sarah Erkenntnis: Fleisch ist, frei nach Strunk, auch nur Gemüse, oder Obst, oder so, oder irgendwie jedenfalls.

Ich bezweifle zwar, dass Sarah wie Hirst Fantastillionen mit ihrer Kunst verdient, aber immerhin ist ihr ein gewisses Medienecho gelungen. Ich sage, bzw. schreibe nur „TIME Magazine“. Eigentlich auch nicht weiter verwunderlich, treffen die Abbildungen einen Nerv zwischen Vegan-Hype und Überästhetisierung und gleichzeitiger Banalisierung von Fleischkonsum.

Was uns ein in Scheiben geschnittener Kiwi, dessen Inneres aus der Frucht Kiwi aber sagen möchte bleibt erstmal im Vagen. Aber wie gehabt ist de bello culinario hier nur Euer Türöffner. Die Erkenntnis kommt beim Durchschreiten.

 

Sarah DeRemer macht "Animal Food"

© by Sarah DeRemer

Sarah DeRemer macht "Animal Food"

© by Sarah DeRemer

Sarah DeRemer macht "Animal Food"

© by Sarah DeRemer

Erster Eindruck:

Skepsis. Hier hat sich offensichtlich jemand Gedanken um einen knackigen Namen, eine schöne Flasche mit gekonnt gestaltetem Etikett und eine geschickte Platzierung in Bio-Einkaufsstätten gemacht. Grundsätzlich ist natürlich eher etwas dagegen einzuwenden, wenn man überhastet ein halbgares Produkt auf den Markt wirft. Die Frage, die jedoch im Falle des Doldensuds unter den Nägeln brennt: Wurde bei all dem Marketing-Chi Chi das wichtigste, nämlich der Flascheninhalt, aus den Augen verloren?

Das sagt der Geschmack:

Nein. „Nein“ nicht im Sinne einer Verneinung eines Geschmacks, sondern „Nein“ im Sinne einer Antwort auf die Frage des letzten Absatzes. Denn was einem hier schon beim Geruch an Zitrus, Hibiskus, saftig-reifen Mangos, Litschis und leichter Säure entgegenschlägt, würde selbst bei einem Obstsalat Verzückung auslösen. Dass ein Bier das kann, begeistert dann vollends. Der Fruchtigkeit im Duft mischt sich beim Trinken eine deutliche Bitternote bei. Der Malzgeschmack tritt dabei in den Hintergrund.

Wenn Du abschweifst…

…sitzt Du tatsächlich auf dem Elefanten, reitest durch das ferne Indien und trinkst Dein mühsam ins Land verschaffte Pale Ale. Du fällst fast vom Sattel, als Dir bewusst wird, dass Du die obligatorische Verdünnung des Bräus versäumt hast und dann fällst Du fast vom Sattel als die Konsequenzen beginnen sich auszuwirken. Trotzdem gefällt Dir das Erlebte. Dein Weigern, das gute Pale Ale zu verdünnen, führt zu der Etablierung einer neuen Biersorte, die auch viele Jahre später in Deiner Heimat einen festen Platz im Spezialitätenregal einnimmt.
Riedenburgers Doldensud

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