Archiv

Archiv für den Monat Mai 2014

Der erste Eindruck:
Das nenne ich einen stabilen Schaum! Beim ersten Schluck passiert ganz viel, nahezu alle Geschmacksbedürfnisse von süßlich-herb bis fruchtig-säuerlich werden abgedeckt. Alles dabei, was das biertrinkende Herz begehrt.

Das sagt der Geschmack:
Unter dem Strich ist das Bier vor allem eines: wohl abgerundet. Es wird Dir schwer fallen, hier eine bestimmte Geschmacksnuance herauszuschmecken (mal abgesehen von der Feige, die ich ahne). Es ist nicht zu säuerlich und hinterlässt eine angenehme Trockenheit, wenn es die Kehle heruntergeronnen ist. Die Stärke springt dem Connaisseur nicht ins Gesicht, liegt dafür aber gewichtig im Magen, bzw. in der Blutbahn. Der klassische Feierabendtrunk ists dementsprechend nicht.

Wenn Du abschweifst,..
…entfernst Du Dich vom Alltag, denn es ist Mai. Und im Mai liegen die Feiertage. Also gehst Du in die Kirchen, besser in Kathedralen und betest um transzendentale Erlebnisse. Die Götter zeigen sich gnädig und als Konsequenz empfiehlst Du dem Pfarrer, Messwein durch Corsendonk zu ersetzen, denn Corsendonk hat Dich hierhergebracht. Bei Widerstand des Pfarrers, bzw. des Bischofs bist Du bereit zu insistieren.

Bildschirmfoto 2013-05-19 um 21.04.31

Advertisements

Kürzlich ließ Nelson Müller im Fernsehen Burger King gegen McDonalds antreten. Nach einem mehrründigen Duell (Geschmack, Fairness, Service, Fleischqualität,..) wurde McDonalds als Sieger gekürt. Ich glaube jedoch an zu vernachlässigende Unterschiede zwischen den beiden Kontrahenten und fordere einen anderen Testaufbau.

Bei mir treten die etablierten Ketten gegen Jessica Dance und David Sykes an. Das Duell lautet Pappe gegen Wolle, wer macht die besseren Burger? Beim Geschmack gilt „zweimol Null es Null bliev Null“ – Gleichstand. Der Servicepunkt geht an die Ketten – dafür ist die Flächenabdeckung zu gut. Der Qualitätspunkt wandert an die Woll-Burger. Dafür arbeiten David und Jessica zu präzise. Die Bewertung der Fairness benötigt noch Zeit – wie nachhaltig wird die Wolle angebaut? Wächst ausreichend von dem Rohstoff nach? Was sagen die Hackfleischtiere? Steht ihnen genug Platz zur Verfügung, um sich um die eigene Achse zu drehen?

Die vorzeitige Entscheidung deutet sich durch die Bewertung der Optik an. Hier liefern Jessica und David in den Schatten stellende Kombinationen aus handwerklicher Finesse und kreativer Inszenierung ab und degradieren die Ketten. Herzlichen Glückwunsch an den Gewinner Eurer Klicks: Das Essen aus Wolle.

Wool Menu

© by Jessica Dance and David Sykes

 

Wool Breakfast

© by Jessica Dance and David Sykes

 

Wool Burger Wool Fries

© by Jessica Dance and David Sykes

 

„Einfach mal machen“ denkt sich jeder, der schonmal einem „Führungszirkel-Meeting“ des mittleren Managements beiwohnen durfte. Probleme von zu vielen Worten sollen deswegen auf diesem kleinen Blog (zumindest heute) keine Rolle spielen. Ich präsentiere Arbeiten von Domenic Bahmann (Hier der Instagram Feed), einem Mann der Tat.

Keine Frage, das Handwerk stimmt bei der Umsetzung seiner kreativen Einfälle, aber dennoch: Da wurde nicht stundenlang herumkonzeptioniert, Pro- und Contra abgewägt und verschiedenste Aspekte zur Bewertung herangezogen. Wie könnte man seiner Arbeit also besser gerecht werden, als sie sich ohne weitere Umschweife einfach anzuschauen?
Cupcake Skirt

© by Domenic Bahmann

Get Comfy

© by Domenic Bahmann

Egg Puppy

© by Domenic Bahmann

Noch vor einigen Jahren wurde das Thema „Verpackungsgestaltung“ von den Lebensmittelkonzernen und vor allem von den Supermarktketten und ihren Handelsmarken stiefmütterlich behandelt. Überladene Logos, grell übersättigte Bilder und Farbverlaufhöllen im Hintergrund lösten bei mir häufig genau das Gegenteil aus, was sie eigentlich sollten.

In letzter Zeit hat sich einiges geändert. REWE verkauft mir ihre gleichen Produkte mit exotischen Stories in einer geschmackvollen weißen Verpackung. Der Markenrelaunch von Penny hat zwar keine größeren Ladenlokale aber immerhin schöne Milchpackungen hervorgebracht. Und selbst Real, das Wunder der schäbbigen Optik und den hohen Preisen führte eine Produktlinie ein, die zwar keine Designpreise gewinnen wird, für die man sich jedoch nicht schämen muss, wenn der Besuch sie in der Küche sieht.

Peddy Mergui beweist nun, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht in Sicht ist. Sie überträgt die Stilistik aus der Haute Couture auf Nahrungsmittelverpackungen und es funktioniert. Zwar fällt nicht jede Verpackung mit ihrem Inhalt ins Gesicht wie die sprichwörtliche Tür ins Haus. Dennoch sehe ich da kommerzielles Potenzial. Also liebe Supermärkte, immer heran an die „low hanging fruits“ und gebt Ästhetik eine Chance!

Louis Vuitton Salami

© by Peddy Mergui

Chanel Infant Food

© by Peddy Mergui

Prada Flour

© by Peddy Mergui

Ich erinnere mich noch gut an einen Wettstreit mit meinem Freund Christian aus Grundschulzeiten. Wir beide versuchten, die imposanteste Sammlung unterschiedlicher, leerer Getränkedosen aufzubauen. Da kam es vor, dass man mit dem Fahrrad durch die Nachbardörfer fuhr auf der Suche nach Kiosken, die goldfarbene Pepsidosen führten oder Supermärkte nach Coladosen mit den Logos von Bon Jovi oder den Scorpions abklapperte.

Wie bei den meisten Sammelspleens meiner Jugend erlosch irgendwann die Leidenschaft, woran der Import einer Kofferladung leerer Dosen aus dem Spanienurlaub meines Kumpels nicht unschuldig war. Wie dem auch sei, das Dosenpfand war noch nicht erfunden und so führte der Weg der Dosen direkt in den Abfall. Vorher wurden sie jedoch, das machte man damals so, mit voller Wucht zusammengetreten. Hätte ich damals schon Kim Alsbrooks gekannt, hätte ich ihr gerne meine liebevoll zusammengetragene und zusammengetrene Sammlung als Künstlerbedarf überlassen.

Dass Kims Miniaturgemälde auf Aludosen auch ohne meinen Input zu beeindrucken wissen, sieht man schön auf den nachfolgenden Bildern. Und auch wenn die Einsicht weh tut – Cooler als goldene Pepsi- und Scorpions Cokedose sind ihre Werke schon.
Thomas Jefferson (1743-1846)

© by Kim Alsbrooks

Arthur Nathaniel

© by Kim Alsbrooks

Other Brother (Beercan Art)

© by Kim Alsbrooks

Wer sich nach 100 Bahnen glücklich und erschöpft vom Schwimmbad nach Hause schleppt, hat ehrlichen Hunger. Den ganzen Vormittag im Büro (ab)sitzend freut sich aber auch der Sachbearbeiter, das klaffende Loch zu füllen. Wie verhält es sich mit dem Gourmet, der erwartungsvoll den 24 Gängen entgegenfiebert? Was liest sich in seinem Gesicht? Ist es Hunger oder Verzückung vom Gedanken an den Genuss?

Leider verrät uns die ironisch betitelte Serie „Foodlovers“ von Alejandro Parrilla dies nicht. Doch auf seinen Bildern, die traurig wirkende, an Tische gesetzte Personen zeigen, lässt sich viel aus den vermeintlich Essen liebenden Gesichtern herauslesen, als da wären:

  • Die Langeweile des Mädchens, auf das trotz Partyhütchens und Cupcakes die Feierlaune nicht so recht überspringen will.
  • Die Gier des sportlich gekleideten Fastfoodfans, der sich die Hot Dogs ins Gesicht drückt.
  • Die Apathie der Seniorin mit der albernen Mickey Mouse Kappe vor ihrem 6fach-Cheeseburger.

Für eine Fortsetzung der Serie schlage ich Alejandro den Gourmet aus dem ersten Absatz vor. Bis dahin verlinke ich auf die weiteren (verhinderten) Gourmands der aktuellen Teile der Serie.

CUPCAKE

© by ALEJANDRO PARRILLA

PERRITO

© by ALEJANDRO PARRILLA

Sandia

© by ALEJANDRO PARRILLA

%d Bloggern gefällt das: