Archiv

Archiv für den Monat März 2014

Wenn sich Essen selbständig macht, heißt das nicht notwendigerweise, dass sich die Schimmelkulturen auf dem Gemüse oder dem ungespülten Geschirr ausbreiten. Denn eines ist klar: Durch Verrottung kann es die Pizza keinesfalls geschafft haben, die Welt zu erobern. Auf den Bildern von Jon-Paul Douglass sehen wir eine wahrscheinlichere Variante. Die Pizza überwindet Zäune, sneakt sich über die Gehwege und hängt sich in Bäumen fest und übernimmt so Viertel um Viertel.

Pizza in the Wild 3

© by Jon-Paul Douglass

Pizza in the Wild 5

© by Jon-Paul Douglass

Pizza in the Wild 18

© by Jon-Paul Douglass

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Das stromerzeugende Obst von Caleb Charland wirkt bedrohlich-eigenartig. Ich denke an vorsintflutliche Medizintechnik wie die Apparatur, die Alex‘ Augen in „Clockwork Orange“ aufsperrt. Doch auch wenn man von den Wörtern „Licht“ und „Nahrung“ ausgeht, landet man schnell in einer dunklen Ecke. Eine besondere Form der Quacksalberei, pardon, Esoterik, bringt mich abwechselnd zum lachen und zum weinen.

Anhänger der „Lichtnahrung“ versuchen, herkömmliche, gebundene Energieträger durch Licht zu ersetzen. Im Klartext: statt Erbsensuppe eine Viertelstunde mit der Taschenlampe in den offenen Mund leuchten, bei Durst einfach mit weit aufgerissenen Augen der Mittagssonne zuwenden. Das, was sonst Vitamine, Fette und Mineralien leisten, übernimmt die kosmische Energie Prana.

Da bleibe ich doch lieber bei dem Spektakel des Visuellen von Caleb Charland. Die Arbeiten sind meisterhaft inszeniert, lösen merkwürdige Gedankengänge wie die oben beschriebenen aus und sind dabei längst nicht so gefährlich wie „Fiat Lux“, die Sonnentempler und Lichtnahrung zusammen.

Back to Light Fruit 1

© by Caleb Charland

Back to Light Fruit 2

© by Caleb Charland

Back to Light Series

© by Caleb Charland

Schon wieder so viel Zeit vergangen, in der man sich fragte – kaufen ja, aber was? Debello liefert Antworten, zum vierten Male.

– Warum kämpft der stationäre Einzelhandel um sein Überleben? Richtig, ihm fehlen Thunfischsocken, Wurstsocken und Toast & Ei Socken. Die gibts mal wieder nur im Internet.

– Wer schon California Rolls für eine Straftat hält, sollte sich nicht mit diesen Totenkopf-Rolls anlegen!

– Korrespondierende Getränke benötigt auch jedes Frühstück. Zum wachsweich gekochten Bio Ei reichen wir eine 2014er Bacon Brausetablette auf Regionalquell-Wasser. Bon Appétit!

– Sagte ich Bacon-Wasser? Was soll der Falschgeiz – Einmal Bacon komplett bitte!

– Jetzt ist das aktuelle Jahr schon einen Augenblick alt, doch für einen 2014er Geschmackskalender, sollte doch jeder etwas Liebe übrig haben.

– Endlich Büro-Atmosphäre in der Küche dank der Gewürzkartei!

– Wo wir schon beim Küchenbüro sind – Falls zu einer professionellen Arbeitsatmosphäre keine stumpfen Möhren gehören sollen, empfehle ich doch dringlichst den Karottenanspitzer!-

– Wenn in Vietnam Neujahr ansteht und man nicht die passende Coladose zur Hand hat, gibts nur eines.

– Welcher Vegetarier kennt das Problem nicht? Man braucht kein Fleisch, aber besucht so gerne Metzgereien. In Hamburg essen sie Kuscheltiere füllt die Lücke!

– Ist mir ja fast schon ein wenig zu flach, aber es drängt sich zu sehr auf: „Nationalgerichte“ auf mit passenden Flaggen gebody-gepainteten Personen.

Erster Eindruck:
Die güldene Farbe im Glas bestätigt die vorausgeeilte Verheißung des Namens, der Zugang beim ersten Schluck gelingt. Im Nachgang wird der falsche Freund entlarvt: was frisch begann, findet seinen langanhaltenden staubtrockenen Nachhall.

Das sagt der Geschmack:
Wer will, entdeckt einen Hauch von Zitrusfrüchten, der die Kehle kitzelt. Ein Bier von Distinktion schmeckt jedoch anders: Konturlos wäre zu viel gesagt, so edgy wie das Design der Flasche ist das Gebräu dennoch nicht.

Wenn Du abschweifst…
…willst Du Sommermonate, Wiese, Decke, Gewässer, Geselligkeit und Instant-Gratifikation für nicht nennenswerte Leistungen. Deswegen bist Du auch vom langanhaltenden Nachgeschmack irritiert, gegen den mit neuem Schluck gegengelenkt wird. Noch bevor die letzten Strahlen zum Wärmen im Stande sind, verselbständigt sich die Situation und ein mattes Gefühl von einem mittelprächtigem Bier bleibt.

Old Gold

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