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Archiv für den Monat August 2013

Wenn der Patient in den Tintenklecksen einen gehörnten Schlangenkopf mit Ähnlichkeit zum Vater erkennt und dieser  Schlangenkopf über der liegenden Mutter thront, sagt der Psychiater: „Aha, da hamn wa’s: Ödipus Komplex“.
Ganz so einfach funktioniert der Rorschachtest wohl nicht, wenn er denn überhaupt funktioniert. Nach Aufschlauung per Wikipedia weiß ich bspw., dass der Interpretation Interpretierende sich genau anschaut, welche Teile des Bildes gedeutet werden, ob bestimmte Farben, Schattierungen oder Bewegungen kommentiert werden und wie typisch die Beschreibung ist.
Nicht aus Angst davor, im Anblick der Leserschaft blank zu ziehen, sondern vielmehr, weil ich in den Fotos unten vor allem das Material sehe, spare ich mir meine Interpretation. Außerdem steuere ich nicht vorab die Aufmerksamkeit, denn die – so viel ist sicher – haben die wunderbaren Arbeiten von der wunderbaren Esther Lobo verdient.
Rorschach 3

© by Esther Lobo

Rorschach 1

© by Esther Lobo

Rorschach 2

© by Esther Lobo

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„The Medium is the Message“ lautet einer der markigsten Medien-Merksätze, der mir bislang zu Ohren gekommen ist. Er stammt von dem selben Kollegen, der unser Denken über das Global Village prägte, lange bevor er nur eine Ahnung von dem heutigen Internet haben konnte. Sein Name lautet Marshall McLuhan und dieser Marshall McLuhan betätigte sich nicht nur Wortjongleur, sondern versuchte sich auch als kühner Medientheoretiker.

So beschrieb er einst „kalte Medien“ und „heiße Medien“, wobei, stark vereinfacht erklärt, kalte Medien bei ihm wenig Aufmerksamkeit forderten (z.B. Fernsehen), heiße Medien hingegen viel (z.B. Telefon). Ich musste mich an die Klassifizierung und an die akademische Kritik daran erinnern, als ich die Food Art von Christine Kawasaki-Chen entdeckte. Auch sie spielt mit Vorstellungen von Temperaturen, wenn Sie mit Gurke Kälte und mit Toast Wärme assoziiert.

Ich bin mir nicht sicher, wie kalt denn jetzt die Gurke an sich ist, finde die unten zu sehenden Aufnahmen jedoch toll. Fingerfertig und phantasievollwie wie sie sind, hätten sie sich phantastisch auf dem Cover eines jeden Marshall McLuhan Buches gemacht.

Warm as Toast

© by Christine Kawasaki-Chan

Cool as a Cucumber

© by Christine Kawasaki-Chan

Easy as Pie

© by Christine Kawasaki-Chan

Keen as Mustard

© by Christine Kawasaki-Chan

Zum zweiten Mal meldet sich de bello culinario mit einem Reisepost. Anders als bei meinem Eintrag zu Hangzhou sind die EIndrücke ganz frisch und ich nutze die Bilder, um die gerade verstrichene Zeit in der tollen Umgebung nochmals vor dem inneren Auge zu projizieren, sozusagen als visuelle Coda bevor es wieder morgen auf die Arbeit geht.

Provence: Lavande oder Lavandin?
„Der Lavendel ist die Seele der Haute Provence“ heißt es bei Jean Giono. „Nicht ganz falsch denken wir“, während wir an den malvenfarbenenen Flächen mit unserem Leihwagen entlangfahren und dabei tief einatmen.

Provence: Ochsenherz
Hier ist jeder klar im Vorteil, der kein Französisch versteht: eine für meinen Geschmack zu säuerliche, etwas unförmige Tomate versteckt sich hinter dem martialischen Namen „Herz des Ochsen“

Provence: Knoblauch
„Haben Sie auch Knoblauch?“

Provence: Gorges du Verdon
Die Verdonschlucht ist nicht nur an manchen Stellen doppelt so hoch wie der Eiffelturm, sondern fügt sich auch in eine unverschämt verschwurbelt schöne Umgebung.

Provence: Amaranth
Nicht dass ich jetzt wüsste, was ich mit dem Amaranth-Päckchen anstellen soll, das seit etwa einem Jahr in unserer Vorratskammer sein unaufgeregtes Dasein fristet. Zumindest habe ich jetzt schon mal eine Amaranth Pflanze gesehen.

Provence: Opium Topf
Sollte in keinem Haushalt fehlen: das Fayence Opium Töpfchen

Provence: Lavendelmuseum
Im Lavendelmuseum lässt sich antrainieren, wie man Lavandin von Lavande unterscheidet. Oder man gönnt sich die Unwissenheit, streift durch die Räume und erfreut sich an Mixed-Media Geschichten wie dieser hier.

Provence: Ausblick

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