Archiv

Archiv für den Monat Juni 2013

Smartphones als Geißel der Zivilisation zu bezeichnen führt wahrscheinlich zu weit. Dennoch verstehe ich unter einer geselligen Runde etwas anderes, als eine Handvoll Menschen, die stumm um einen Tisch sitzend swipen und tappen, was iPhone & Co. hergeben.

Ich gebe zu, in der ein oder anderen Mittagspause versinke auch ich in die mobile Flimmerkiste, aber das ist etwas anderes:-) Damit mich meine Selbstgerechtigkeit nicht bei Abendveranstaltungen boomerangartig erwischt, helfen mir Mauricio Perussi und Melissa Pottker jetzt mit einem absolut nützlichen Tool:

Ein Bierglas, das für den stabilen Stand ein Smartphone benötigt.

Besonders witzig wird die Nutzung, wenn das Glas überschäumt oder zu vorgerückter Stunde die Feinmotorik temporär underperformed, sprich: man besoffenen Kopfes mit dem nicht ausgesparten Teil des Bodens das Display zertrümmert.

Wie auch in meiner leider viel zu selten geupdateten Rubrik „Produktberater“ gilt hier natürlich: kaufen, kaufen, kaufen. Außer Euch ergeht es wie mir und Ihr werdet von Eurem Arbeitgeber mit einem zweiten Smartphone ausgestattet. Dann könnt ihr nämlich das Glas abstellen und dennoch Eure Mails checken – wie war das nochmal mit der Geißel der Zivilisation?

The Offline Glas

© by Mauricio Perussi (art director) and Melissa Pottker (copywriter)

The Offline Glas

© by Mauricio Perussi (art director) and Melissa Pottker (copywriter)

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Die von Chris Woods dargestellten Szenen erinnern an politische Poster, an Präsidenten-Inaugurationszeremonien und an Rituale aus dem Militär.  Die Szenen wirken überhöht und unangemessen aufgrund des Settings, für das der Künstler typische Fastfoodketten-Filialen wählte. Aus dem Umstand, dass gerade an Orten, denen viele Klasse absprechen möchten, vermeintliche Mustersituationen einer Hochkultur stattfinden, generiert sich der Witz der Bilder. So können bedeutungsschwangere Begriffe wie „Leitkultur“, „Stolz“ oder „Ehre“ auf den Prüfstand gehoben werden, ohne dass zu viel mit dem Zeigefinger gearbeitet werden muss. Nebenbei touchiert Chris das Thema Personalführung und „Gehorsam“ und befasst sich mit einem abstraktem (Aber)glaubensbegriff…. oder so ähnlich:-)

Mit einem im Halse steckenbleibendem Lachen präsentiere ich die nicht mehr ganz neue, aber für mich nach wie vor aktuelle Serie Royal Treats.

McDonalds Nation

© by Chris Woods

Preserve, Protect and Defend

© by Chris Woods

Royal Treats

© by Chris Woods

Chain of Command

© by Chris Woods

Jetzt, wo der diesjährige Sommer nach zwei Tagen sein Ende gefunden hat, nutze ich die Gelegenheit, um in schwelgerischer Manier etwas zum Thema Grillen nachzuschieben.

Über den Nährwert der unten sichtbaren, papiernen Grillbefüllung lässt sich nur vermuten, dass er nicht allzu hoch ist. Aus meiner Sicht ist das nicht weiter schlimm, denn im Sommer macht man ja sowieso hauptsächlich Siesta und benötigt nicht so viel Energie. Die Probleme entstehen eher bei der geschmacklichen Betrachtung – da dürfte die Papiervariante gegen die Konkurrenz aus Fleisch und Gemüse verlieren.

Vielleicht verstehe ich Zim & Zou auch einfach nicht richtig, da sie eher dem Auge und nicht der Zunge schmeicheln wollen. In dem Falle würde ich hier einfach nur eine interessante Idee in ihrer witzigen Umsetzung präsentieren. Hier also Inspiration für Euer Diätendesign – ob es sich um die für Körper und Geist oder nur die für den Geist handelt, entscheidet Ihr.

Grillpapier Eins

© by Lucie Thomas & Thibault Zimmermann for Zim&Zou

Grillpapier Zwei

© by Lucie Thomas & Thibault Zimmermann for Zim&Zou

Grillpapier Drei

© by Lucie Thomas & Thibault Zimmermann for Zim&Zou

Grillpapier Vier

© by Lucie Thomas & Thibault Zimmermann for Zim&Zou

Aus Oslo kommt meine heutige Vorstellung von kunstvoller Spielerei mit Essen. Ida Skivenes hat einen angenehm unaufgebrachten Stil, in dem sie ihre kleinen Food Art Pieces am Frühstückstisch bastelt.

Die Serie „The Art Toast Project“ sticht ein wenig aus ihrer mittlerweile beachtlichen Sammlung heraus. Hierfür wählt sie Klassiker der Kunstgeschichte aus, bildet sie auf Vollkorntoastbrot nach, fotografiert sie, lädt die Bilder ins Internet hoch und verspeist das Ergebnis (Das Essen, nicht die digitalen Bilder).

Nachdem meine Magritte Assoziationen in der Vergangenheit in Frage gestellt wurden, bewege ich mich bei Ida auf etwas dickerem Eis mit dem Verweis auf Meister wie Monet, Kahlo, Munch oder besagtem Magritte.

Die Betrachtung der Bilder macht dabei in jedem Fall Spaß, auch wenn man sich keinem kunstgeschichtlichem Diskurs hingeben möchte.

Deswegen klinke ich mich an der Stelle aus und verweise auf Idas Website und ihr Instagram Profil mit dem klangvollen Namen Ida Frosk.
Munch Toast

© by Ida Skivenes (IdaFrosk)

Magritte Toast

© by Ida Skivenes (IdaFrosk)

Frida Kahlo Toast

© by Ida Skivenes (IdaFrosk)

Monet Toast

© by Ida Skivenes (IdaFrosk)

Wer Bauhaus Food mit Brauhaus Food verwechselt, unterliegt einem Trugschluss. Denn mit überschäumenden Bierhumpen und Handwerkerportionen von Schweinshaxe und dicken Bohnen sind Nicky und Max soweit entfernt wie das Bauhaus von verschnörkeltem Ornament.

In der Serie Bauhaus Food orientieren sich die Künstler an dem Stil der wohl prägendsten Schule der Architektur, des Designs und der Kunst. Das Zusammenspiel aus wohl definierten, geometrischen Formen und der Reduktion aufs Wesentliche wird gekonnt auf die Kulinarik übertragen.

Bauhaus Food 21

© by Nicky Walsh und Max Faber

Bauhaus Food 5

© by Nicky Walsh und Max Faber

Bauhaus Food 41

© by Nicky Walsh und Max Faber

Bauhaus Food 31

© by Nicky Walsh und Max Faber

Schaut man sich Till Rabus Serie „Surrealist Camping Lunch“ an, begegnet einem Dalí beim Angrillen, dass Timothy Leary nur neidisch wird. Realismus trifft Fiebertraum, wenn er in seinen Arbeiten mit Halbaufgegessenem, Verpackungsmüll, gierigen Händen und scheinbar zum Leben erwecktem Grillgut Webergrill-Wahnsinn ad absurdum führt. Nichts für Zartbesaitete, aber definitiv sehenswert!

Surrealist camping lunch n°2

© by Till Rabus

Surrealist camping lunch n°1

© by Till Rabus

Surrealist camping lunch n°3

© by Till Rabus

Surrealist camping lunch n°4

© by Till Rabus

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