Minestrone à la Magritte

Unser heutiges Thema bei de bello culinario heißt Summierung. Während über den Menschen gesagt wird, er sei die Summe seiner Erfahrungen, muss man über viele Speisen sagen, dass sie mehr sind als die Summe ihrer Einzelteile. Besonders deutlich wird das, wenn man sich nur die verschiedenen Zutaten anschaut, die zur Zubereitung eines Gerichts nötig sind.

Karsten Wegeners Assemblagen zeigen die Bestandteile kulinarischer Klassiker, die auf rätselhafte Weise zusammengestellt sind. In ihrer Sterilität, natürlichen Darstellung und gleichzeitig ungewohnter, unerwarteter Anordnung erinnern sie mich an die surrealen Bilder von René Magritte.

Wie auch Magritte kommt man Karsten Wegener nicht so ganz auf die Schliche. Wer jedoch errät, um welches Gericht es sich jeweils handelt, darf es sich als Belohnung kochen.

Pizza

© by Karsten Wegener

Minestrone

© by Karsten Wegener

Pfannekuchen

© by Karsten Wegener

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7 Kommentare
  1. Schöne Kompositionen! Blöd, dass ich nicht kochen kann, so hab ich gar nichts von meiner Belohnung.
    Warum der Vergleich mit Rene Magritte? Ich finde, der hat einen dazu sehr differenzierten Stil.

    • Mmh, mit Deiner Belohnung muss ich mir noch etwas einfallen lassen;-)

      Was die Ähnlichkeit zu Magritte betrifft: Du hast auch einen ähnlich aufgeräumten Stil, der durch merkwürdige Zusammenstellung aber mit dem bricht, was herkömmlich ist. Das Ergebnis wirkt wie aus einer Parallelwelt, wie aus einem Traum. Letztlich siehst Du nur die Zutaten für eine Pizza, die Komposition lädt das Motiv aber mystisch auf. Ich finde das ist vergleichbar mit den Bildern von Magritte, bei denen er Alltagsgegenstände wie einen Kamm oder ein Apfel oder eine Melone in einen Raum malt und man trotzdem das Gefühl hat, man befindet sich gerade in einem Fiebertraum und nciht vor dem Abbild der Gegenstände… das ist aber nur meine laienhafte Interpretation – keine ex cathedra geltende Wahrheit;-)

      • Ja, ich wollte auch deine Interpretation wissen^^ Und da ist schon Wahres dran, aber ich habe das Gefühl das Magritte doch noch mehr vom Gegenstand weggegangen ist. Er ist nicht seiner selbst, sondern seiner Bedeutung wegen da. Außerdem sind die Elemente oft komplett aus dem Kontext gerissen und/oder größenmäßig irreal dargestellt, was den Surrealismus in den Bildern unterstreicht. Die Gegenstände auf den Bildern hier sind allein durch Anordnung im Raum irreal auf den Betrachter wirkend, an sich sind es unveränderte normale Gegenstande, die zusammen passen und in ihrem Umfeld nicht fremd sind. Aber das wiederum, ist meine laienhafte Interpretation.

      • sehr gut beobachtet… ich merke schon, wir kommen Herrn Wegener und Herrn Magritte auf die Schliche;-)

      • Interpretation hin oder her…hinterher haben sich beide komplett andere Gedanken zu den Bildern gemacht, als alle Kunsthistoriker, die je versucht haben etwas in die Kunst hinein zu interpretieren 🙂

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