Am Beispiel der Kichererbse

Die ganze Tragik meiner Kochanfänge lässt sich am Beispiel der Kichererbse nacherzählen. Mit einer Mischung aus Unwissenheit und Kaltschnäuzigkeit versuchte ich zunächst bei einem Hummus-Rezept die Kichererbsen durch handelsübliche Bonduelle-Dosenerbsen zu ersetzen. Die Story endete mit einer befreienden Handbewegung: Die Pampe im Müll, die Küche eingesaut, der „Koch“ bereits mental auf dem Weg zum Pizzadienst.

„Es geht schlimmer“ dachte ich und meinte meinen damaligen Chef. Der schmiss noch ungekochte Nudeln in seine Bratpfanne und wunderte sich, dass trotz reichlich Bratfett die Hartweizengrießstifte nicht den gewünschten „al dente“ Gargrad erreichten.  Ziemlich unfassbar ist das. Und ein ziemlich schlechter Maßstab, um die eigenen Kochkünste zu bewerten.

Später brachte ich es noch zu Stande, Kichererbsen so lange einzuweichen, bis sie anfingen zu treiben und sich auf dem Wasser eine Schaumkrone bildete. Ich spare mir jetzt, den letzten Satz des ersten Absatzes sinngemäß zu wiederholen und biete dafür eine alternative Verwendung für die kleinen hinterhältigen Kügelchen an. Sadi Tekin, muss man gesehen haben.

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6 Kommentare
  1. Der ist ja mit seiner Malerei fast schon so gut wie der Künstler, der auf einem Kirschkern Hunderte von Köpfen geschnitzt hat – zu sehen im Albertinum in Dresden.

    • 185 Gesichter auf einen Kirschkern! Unglaublich…werde ich beim nächsten Dresden Besuch mal genauer unter die Lupe nehmen!

      • Viel, viel Zeit und auch Geld mitbringen: Vielleicht kommt man in der Woche schnell rein, aber sonst sind alles vorgebuchte Gäste da und die anderen warten ewig. – Ich habe die Schönheiten noch zu DDR-Zeiten für kulturell erschwingliches Geld besichtigt, da ich dort studiert habe.

  2. derOli sagte:

    Auch wenn mir als Kind beigebracht worden ist, dass man nicht mit Essen spielt: Klasse Idee. Bin immer wieder beeindruckt darüber, was man nicht alles aus ganz einfachen Dingen machen kann.

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