Erster Eindruck:

Ein Bier mit farblicher Ähnlichkeit zu den Noriblättchen und einer Geruchsnote, die an eine säuerliche Version von Köstritzer erinnert. Beim Eingießen kein Schaum – what a bummer…

Das sagt der Geschmack:

So merkwürdig die Zutat Seetang in unseren Ohren klingt, geschmacklich geht die Rechnung auf. Meine Wahrnehmung bleibt bei der Melasse hängen, die Meeresbrise ist wenn überhaupt im Hintergrund zu schmecken. Einzig die salzige Note schafft einen Verweis zum Meerwasser, aus dem der Seetang gefischt wird. Das Salzige wirkt dabei interessant, wie Fleur de Sel auf feiner dunkler Schokolade, nicht deplaziert. Der trockene, nicht penetrante, fast schon unaufgeregte Nachhall rundet die würzige Malzigkeit ab

Wenn Du abschweifst…

..ermahnst Du Dich, nicht abzuschweifen. Denn die wahre Überraschung liegt hier in der Bodenständigkeit, die man so nicht erwartet hätte.

Kelpie

Passend zum Karfreitag gehts bei de bello culinario fleischfrei zur Sache. Die im Bereich Photographie und Film tätige, professionelle Foodstylistin Anna Keville Joyce liefert dafür ein paar Werke ab, die zwar Geflügel zeigen, jedoch sin carne entstanden sind. Initialzündung für die Werke war ihr Abschied von Budgie, einem geliebten Haustier. Nicht schwer zu erraten, handelte es sich bei Budgie um einen Vogel. Besonders beeindruckt hat mich die Auswahl der Zutaten, die sie als Farb- und Texturgeber verwendet. Sei es die farbverlaufgebende Flüssigkeit auf dem zweiten Bild oder die Fruchtstückchen auf dem obersten Bild, die den Baumstamm nachzeichnen, den der Specht bearbeitet.

Weiterklicken lohnt sich nicht nur zu Annas Seite, sondern auch zu Agustín Nieto, der Annas Food Art fotografiert.

the woodpecker

© by Anna Keville Joyce & Agustín Nieto

birds on wire

© by Anna Keville Joyce & Agustín Nieto

a tribute to budgie

© by Anna Keville Joyce & Agustín Nieto

Phantastisch, was das Bloggerleben so für einen bereithält. Goodies von Verlagen, Kontakt zu anderen Bloggern und seit neuestem auch: Preise. Dabei kam ich doch eigentlich nur, um etwas mit Medien zu machen.

Liebster Award

And the “Liebster Award” goes to…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch zurück zum Preis. Den verlieh mir Corinna von „mein Apulien“. „Mein Apulien“ bietet einen phantastischen Einblick in das Leben einer Auswanderin. Und „mein Apulien“ liefert die Nahaufnahme einer offenbar sehr schönen Region Italiens. Und „Mein Apulien“ verleiht Preise.

Die Idee des Preises besteht darin, gerngelesene Blogs auszuzeichnen und sie anhand von 11 Fragen näher kennenzulernen. Nachfolgend findet Ihr also Corinnas Fragen und meine Antworten.

1. Würdest du beim “Liebster Award” überhaupt mitmachen?

Da meine Chancen auf Nobel-, Pulitzer- und Bookerpreis momentan nicht allzu gut stehen, nehme ich mit, was ich kann!

2. Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Blog mit “Kulinarikbezug” zu schreiben?

Als Profiesser, semiprofessioneller Schreiberling und unprofessioneller Koch gab es keinen Weg daran vorbei!

3. Wie stößt du auf die faszinierenden Projekte, die du auf deinem Blog vorstellst?

Wichtige Orientierungspunkte auf meiner Netzlandkarte sind Blogs wie Ignant, Itsnicethat oder Designboom. Von dort aus beginnend lasse ich mich per Schneeballprinzip durchs Netz treiben.

4. Gibt es bereits eine Hitliste ausgehend von deinem Beerview?

Ich glaube das wäre zum jetzigen Zeitpunkt zu früh. So besteht auch der Anreiz in Zukunft, mir den Preis erneut zu verleihen;-)

5. Was bist du lieber: kulinarischer Entdecker oder Plattenrichter?

Ob als Seelentröster und Stimmungsaufheller oder als Fokuspunkt neugierigen Interesses – Kulinarik und Musik sind beides tolle Drogen. Einzig die Fähigkeit von kulinarischen Freuden, durch ihren Genuss gleichzeitig spielende Musik in die Nichtwahrnehmung zu drängen, zeichnet sie zusätzlich aus.

6. Wo würdest du leben wollen, wenn du überall leben könntest?

Ginge es nach meinem Plattenrichterblog, müsste ich nach Berlin, New York oder Bristol ziehen. Ginge es nach de bello culinario, müsste das One-Way-Ticket auf Tokyo, Paris oder Bergisch Gladbach ausgestellt sein. Im „echten Leben“ spielen so viele weitere Aspekte eine Rolle, dass Köln den Titel „Wahlheimat“ nicht ohne Grund trägt. Und hey, immerhin Bergisch Gladbach ist direkt um die Ecke.

7. Wohin würdest du hingegen nur im Urlaub fahren wollen?

Alle Orte, die faszinieren, aber mir nicht alles bieten, was ich stets um mich wissen möchte. Das wäre bspw. Jerusalem, Kamtschatka oder Tahiti.

8. Wahlheimat Köln – drei Dinge, für die es sich in Köln zu leben lohnt

- Viele persönliche Kontakte, die sich bei Bedarf auch schnell ergeben
- Das von Überzeugungstätern geschaffene, hochqualitative kulturelle Angebot
- Die ungeahnte grüne Farbe

9. Wahlheimat Köln – drei Dinge, für die du Köln am liebsten den Rücken kehren würdest

- Bausünden aus den Nachkriegsjahren und die Unfähigkeit an aktuellen Großbaustellen
- Der Nahkampf, in den sich Fahrradfahrer permanent begeben müssen
- Das Stadtbild am Altweiberdonnerstag um 20:00 Uhr

10. Wie viele Blogs würdest du noch schreiben wollen, wenn du die Zeit dafür hättest?

Dauerhaft zwei, ich würde de bello culinario jedoch erweitern. Und mich vorab mit Foodfotografie auseinandersetzen. Wenn ich mich nochmal länger auf Reisen begeben sollte, würde ich wohl auch wieder darüber bloggen. Der Blog über mein halbes Jahr in China war jedenfalls auch ein großer Spaß.

11. Wie verläuft dein perfekter Tag?

Sonnig, sportlich, voller Genüsse

***

Nachdem ich mich nun über 11 Fragen im Spotlight suhlte, richte ich es auf Bernd von „heut gibts“. Bernds Foodblog verfolge ich seit längerem. Einerseits hole ich mir Inspiration für meine eigenen Aktivitäten am Herd. Andererseits bereitet es Freude, Bernds Posts zu lesen, aus denen immer seine Erfahrung und Überzeugungen sprechen.

Für den Fall, dass Bernd den Preis annimmt, warten auf ihn folgende Fragen:

1.) Hast Du einen persönlichen Lieblingsartikel/Post auf Deinem Blog? Wenn ja, welcher ist es?
2.) Wie schaffst Du es, Dich dauerhaft zur so regelmäßigen Blogpflege zu motivieren?
3.) Wie kochst Du am liebsten? Frei, mit selbst abgewandelten Rezepten oder strikt nach Rezept?
4.) Welche Regionalküche ist die beste?
5.) Bier oder Wein?
6.) Gasthaus oder Sternetempel?
7.) Welche sind Deine Lieblingsfoodblogs, außer „heute gibts“?
8.) Was ist die wichtigste Regel beim Kochen?
9.) Auf welchen Küchenhelfer kannst Du nicht verzichten?
10.) Kam es über Deinen Blog schon zu merkwürdigen Kontakten? Wenn ja, wer hat sich mit welchem Anliegen gemeldet?
11.) Du widmest „heute gibts“ Deinen Töchtern. Bekommst Du von ihnen Rückmeldungen zu den Rezepten/Posts?

Davide Lucianos Photos sind Momentaufnahmen, anhand derer Geschichten nacherzählt werden. Sei es ein italienisches Mittagsmahl, das per Mafia Besuch abrupt beendet wurde oder ein Picnic, für dessen Essen die Bienen der Umgebung andere Pläne hatten als die Ausrichter der Veranstaltung. Die Geschichten sind zwar recht naheliegend, aber mir gefällt die Konsequenz, mit der “Meals Interrupted” umgesetzt wird. Die Handlungen muss man sich ersteinmal so parat legen und dann auch gekonnt inszenieren. Das dritte Werk, was ich hier als Teaser präsentiere heißt  “Charred”, ein Seafoodfest, das in Flammen aufgegangen ist.

Ein weiteres “Meal Interrupted” ist übrigens das halbaufgegessene Brot mit Tahini und Honig neben mir. Ich könnte mir kein Bild vorstellen, das aufklärt, wie ich die Verköstigung zum Schreiben dieses Artikels unterbrechen musste. Aber für solche Fälle gibts ja noch Text. Für alle anderen, wie gesagt, Davide.

Und jetzt machen wir “de bello interrupted” und klicken uns rüber zu Davide.

Al Dente - Meal Interrupted

© by Davide Luciano

Honeyed - Meal Interrupted

© by Davide Luciano

Charred - Meal Interrupted

© by Davide Luciano

Wenn sich Essen selbständig macht, heißt das nicht notwendigerweise, dass sich die Schimmelkulturen auf dem Gemüse oder dem ungespülten Geschirr ausbreiten. Denn eines ist klar: Durch Verrottung kann es die Pizza keinesfalls geschafft haben, die Welt zu erobern. Auf den Bildern von Jon-Paul Douglass sehen wir eine wahrscheinlichere Variante. Die Pizza überwindet Zäune, sneakt sich über die Gehwege und hängt sich in Bäumen fest und übernimmt so Viertel um Viertel.
Pizza in the Wild 3

© by Jon-Paul Douglass

Pizza in the Wild 5

© by Jon-Paul Douglass

Pizza in the Wild 18

© by Jon-Paul Douglass

Das stromerzeugende Obst von Caleb Charland wirkt bedrohlich-eigenartig. Ich denke an vorsintflutliche Medizintechnik wie die Apparatur, die Alex’ Augen in “Clockwork Orange” aufsperrt. Doch auch wenn man von den Wörtern “Licht” und “Nahrung” ausgeht, landet man schnell in einer dunklen Ecke. Eine besondere Form der Quacksalberei, pardon, Esoterik, bringt mich abwechselnd zum lachen und zum weinen.

Anhänger der “Lichtnahrung” versuchen, herkömmliche, gebundene Energieträger durch Licht zu ersetzen. Im Klartext: statt Erbsensuppe eine Viertelstunde mit der Taschenlampe in den offenen Mund leuchten, bei Durst einfach mit weit aufgerissenen Augen der Mittagssonne zuwenden. Das, was sonst Vitamine, Fette und Mineralien leisten, übernimmt die kosmische Energie Prana.

Da bleibe ich doch lieber bei dem Spektakel des Visuellen von Caleb Charland. Die Arbeiten sind meisterhaft inszeniert, lösen merkwürdige Gedankengänge wie die oben beschriebenen aus und sind dabei längst nicht so gefährlich wie “Fiat Lux”, die Sonnentempler und Lichtnahrung zusammen.

Back to Light Fruit 1

© by Caleb Charland

Back to Light Fruit 2

© by Caleb Charland

Back to Light Series

© by Caleb Charland

Schon wieder so viel Zeit vergangen, in der man sich fragte – kaufen ja, aber was? Debello liefert Antworten, zum vierten Male.

- Warum kämpft der stationäre Einzelhandel um sein Überleben? Richtig, ihm fehlen Thunfischsocken, Wurstsocken und Toast & Ei Socken. Die gibts mal wieder nur im Internet.

- Wer schon California Rolls für eine Straftat hält, sollte sich nicht mit diesen Totenkopf-Rolls anlegen!

- Korrespondierende Getränke benötigt auch jedes Frühstück. Zum wachsweich gekochten Bio Ei reichen wir eine 2014er Bacon Brausetablette auf Regionalquell-Wasser. Bon Appétit!

- Sagte ich Bacon-Wasser? Was soll der Falschgeiz – Einmal Bacon komplett bitte!

- Jetzt ist das aktuelle Jahr schon einen Augenblick alt, doch für einen 2014er Geschmackskalender, sollte doch jeder etwas Liebe übrig haben.

- Endlich Büro-Atmosphäre in der Küche dank der Gewürzkartei!

- Wo wir schon beim Küchenbüro sind – Falls zu einer professionellen Arbeitsatmosphäre keine stumpfen Möhren gehören sollen, empfehle ich doch dringlichst den Karottenanspitzer!-

- Wenn in Vietnam Neujahr ansteht und man nicht die passende Coladose zur Hand hat, gibts nur eines.

- Welcher Vegetarier kennt das Problem nicht? Man braucht kein Fleisch, aber besucht so gerne Metzgereien. In Hamburg essen sie Kuscheltiere füllt die Lücke!

- Ist mir ja fast schon ein wenig zu flach, aber es drängt sich zu sehr auf: “Nationalgerichte” auf mit passenden Flaggen gebody-gepainteten Personen.

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